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Modernes Ambiente statt Nachkriegsbau

Baugenossenschaft Neu Heidelberg feierte Richtfest im Möwenweg - Platz für 54 Wohnungen und eine Praxis - Viele Mietinteressenten

erstellt von Thomas Seiler

Pfaffengrund. Es ist ein wichtiges Projekt für den Stadtteil: Auf über 3700 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche lässt die Baugenossenschaft Neu Heidelberg im Möwenweg vier Häuser entstehen. Sie bieten künftig Platz für 54 Appartements. Das Praktische dabei für die Pfaffengrunder: Die beiden Ärztinnen Christiane Beimler und Carmen Hubalek verlegen die Gemeinschaftspraxis von der Eppelheimer Straße in eines der Häuser und verbessern dadurch die Infrastruktur. Nun wurde Richtfest gefeiert. Unter den zahlreichen Anwesenden waren der Vorstandsvorsitzende Uwe Linder, aber auch der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende und Alt-Stadtrat Reiner Nimis sowie Linders Vorgänger Reinhold Hornig. Im Möwenweg entsteht auch ein Parkdeck mit 33 Stellplätzen, 23 weitere finden sich oberirdisch. 

An dieser Stelle befanden sich vor nicht allzu langer Zeit noch 39 Wohnungen aus der Nachkriegszeit - aus heutiger Sicht mit miserablen Grundrissen und wenig Schallschutz. "Das war einfach nicht mehr tragbar", ging Linder auf die Geschichte ein. Die Nachfolge-Wohnstätten seien hingegen allesamt barrierefrei und verfügten über ein Tageslichtbad. Es sei daher kaum verwunderlich, dass sich bereits mehr als 100 Mietinteressenten aus dem Mitgliederkreis der Genossenschaft an ihn gewandt hätten, betonte Linder. "Jetzt schon könnten wir jede Wohnung doppelt belegen", erklärte er. Dies bedeute für die Wohnungsvergabe ab Januar, dass Auswahlkriterien wie soziale Aspekte greifen müssten, so der Vorstandsvorsitzende auf RNZ-Nachfrage.

30 der neuen Wohneinheiten unterliegen der Förderung durch die L-Bank, also der Staatsbank fürs Ländle, was bedeutet, dass die Kaltmiete hier nur sieben Euro pro Quadratmeter beträgt. Solche Wohnungen gehen naturgemäß "weg wie warme Semmeln, war bei dieser Aussage Linders aus dem Gästekreis zu hören. Denn Wohnen bei der Genossenschaft bedeutet ohnehin Sicherheit und ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis", so das Credo des Geschäftsführers, zumal es keine Eigenbedarfskündigung gebe und die Mitglieder in einem Dauernutzungsverhältnis wohnten.

Was das Wohnen im Möwenweg zusätzlich attraktiv macht: In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich Einrichtungen wie die Kindertagesstätte "Obere Rödt" der Arbeiterwohlfahrt, die Albert-Schweitzer-Schule und das Seniorenzentrum. Das "Wohnen und Leben in einer starken Gemeinschaft" unterstrich auch Roberto Salcedo vom gleichnamigen Architekturbüro aus dem Stadtteil. Er ging in seinem Grußwort kurz auf die hundertjährige Erfolgsgeschichte der Genossenschaft ein und hob dabei die zukunftsorientierten Maßstäbe hervor, die den "Menschen in den Mittelpunkt" stellten. Dies erkenne man auch heute noch in der einst halbländlichen Kleinsiedlung.

Dass die Genossenschaft vermehrt auf heimische Firmen setzt, zeigte sich nicht zuletzt an der langen Begrüßungsliste Linders. In dieser tauchte auch Zimmermeister Christian Bock vom Heidelberger Holzbauunternehmen Damm auf, der am Ende aus luftiger Höhe in seinem Richtspruch ein Hohelied auf sämtliche Handwerker anstimmte, auf deren "Schaffen" man nicht verzichten könne.