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Wir sind die beste Mietpreisbremse, die es gibt

Baugenossenschaft Neu Heidelberg feierte 100. Jubiläum mit Festakt und Mitgliederfest im Pfaffengrund

Artikel in der RNZ von Maria Stumpf

Pfaffengrund. Jeweils 200 Reichsmark kosteten die 300 Anteile, die vor einem Jahrhundert den Besitzer wechselten und als Grundstock für die Baugenossenschaft "Neu Heidelberg" dienten. Die 69 Gründungsmitglieder hätten wohl nicht geahnt, dass die Genossenschaft heute rund 1700 Mietwohnungen im Bestand hat und etwa 4300 Mitglieder zählt. Das galt es jetzt zu feiern.

Mit einem Festakt für geladene Gäste und einem Mitgliederfest tags darauf wurde dem Jubiläum Rechnung getragen. Das Motto: Die letzten hundert Jahre stehen für ein erfolgreiches Engagement und die Bereitschaft, nach genossenschaftlichen Grundsätzen Wohnraumversorgung selbstbewusst in eigener Verantwortung zu übernehmen.

Die Moderation übernahm Martina Gernold-Kunzler, Aufsichtsratsvorsitzende der Baugenossenschaft. Vorstandsvorsitzender Uwe Linder begrüßte die rund 160 Gäste im Gesellschaftshaus und umriss kurz die Historie in groben Zügen, um dann Gegenwart und Zukunft in den Fokus zu stellen. Die Band "Nicole Metzger mit der French Connection" übernahm die musikalische Rahmung.

Eine Baugenossenschaft müsse sinnvoll und wachstumsorientiert zum Wohl der Mitglieder wirtschaften und preiswerten Wohnraum generieren, so Linder. Als Beispiel hierfür diene auch das jüngste Wohnbauprojekt von "Neu Heidelberg" im Möwenweg mit 54 Wohnungen. "Wir sind die beste Mietpreisbremse die es gibt und schaffen und erhalten Wohnraum in der Stadt, der preislich erschwinlich ist", erklärte er und gab das Wort an Oberbürgermeister Eckart Würzner weiter.

"Wir laufen als Stadtgesellschaft einer Entwicklung hinterher, weil sozialer Wohnungsbau in diesem Land leider erst wieder seit wenigen Jahren eine nennenswerte Förderung erfährt", räumte das Stadtoberhaupt ein. Er dankte für die "100 Jahre Kooperation auch mit dem Blick auf das Einbinden regionaler Handwerker" und fügte zur Freude der Gastgeber an: "Wir brauchen noch mehr genossenschaftliche Strukturen auf dem Wohnungsmarkt."

Weitere Grußworte sprachen Christian Lieberknecht, Geschäftsführer des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen aus Berlin, Sigrid Feßler als Verbandsdirektorin des Verbands baden-württembergischer Wohnungs- und Immobilienunternehmen und Peter Stammer vom Vorstand der Baugenossenschaft "Familienheim Heidelberg".

Erfolgreiches und als Genossenschaft spezifisch deutsches Engagement von Baugenossenschaften stand dabei als Leitthema im Vordergrund: "Zu uns kommen Delegationen aus China, Taiwan, Frankreich oder Australien und wollen wissen wie das geht, weil Wohnraum knapp und/oder unbezahlbar ist", erklärte Lieberknecht und stellte fest: "Genossenschaften sind ein Stabilisator der Gesellschaften."

Ein besonderer Hinweis galt der Festschrift von Martin Kunzler: "Wir und wie wir wohnen" lautet der Titel dieses Handbuchs, das als kleines Lexikon alles Wissenswerte rund um Baugenossenschaften, Wohnkultur, Heidelberg und den Pfaffengrund, Kino, Kinder oder Krise enthält und damit äußerst untypisch für eine Festschrift geworden ist.

Bild:

Der Vorsitzende der "Baugenossenschaft Neu Heidelberg", Uwe Linder, konnte beim Festakt zum 100-jährigen Jubiläum stolz sein: Aus 69 wurden 4300 Mitglieder. 1700 Wohnungen gehören ihnen.