Skip to main content

Energiewende mit den Mietern

Kooperation von Stadtwerken und Baugenossenschaft

Wieblingen. (pop) Ein noch recht kleines, aber wegweisendes Gemeinschaftsprojekt besiegelten die Stadtwerke und die Baugenossenschaft Neu Heidelberg (BNH): die Versorgung einer geplanten Wohnanlage im Wieblinger Weg 35-37 mit einer Photovoltaik-Anlage im Mieterstrommodell. "Alles läuft nach Zeitplan", freute sich nun Uwe Linder, der mit Peter Jacobs den BNH-Vorstand bildet. Für ihn ist das Thema Photovoltaik schon seit einiger Zeit von Belang, jedoch "nicht so sehr im Bestand". Wichtig sei jedenfalls, den "Strom dort, wo er erzeugt wird, auch lokal zu verbrauchen". Vorteil für die BNH-Mieter sei, dass ein Teil von deren Privatstrom etwas günstiger werde. "Wir freuen uns", so Linder, "dass unsere Mieter direkt an der Energiewende vor Ort teilhaben und sie gleichzeitig mehr Unabhängigkeit von der Strompreisentwicklung gewinnen werden."

Peter Erb von den Stadtwerken wies darauf hin, dass dies "bisher hauptsächlich Besitzern von Eigenheimen oder Gewerbetreibenden mit einer eigenen Dachfläche vorbehalten war". Nun gehe man gemeinsam neue Wege und entwickele mit dem innovativen Mieterstrommodell ein Serviceangebot, das sowohl den Bedarf der Verbraucher als auch die Anforderungen an ein zukunftsfähiges Energiesystem im Blick habe. Denn das Modell helfe, Energieerzeugung und -verbrauch vor Ort optimal aufeinander abzustimmen und entlaste damit die Stromnetze, einer der größten Engpässe in der Energiewende.

Die künftigen Bewohner werden mit Solarstrom vom Dach der Mehrfamilienhäuser versorgt und haben über "Smart Meter" jederzeit ihren Stromverbrauch im Blick. Die Stadtwerke errichten und betreiben die Photovoltaik-Anlage. Laut Felix Gudat von den Stadtwerken erzeugen die Solarmodule mit einer Fläche von über 200 Quadratmetern rund 34 000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Davon würden etwa 19 000 Kilowatt-

stunden im Gebäude verbraucht und der Rest in das öffentliche Netz eingespeist. Bei einem Gesamt-Strombedarf der 21 Parteien von rund 58 300 Kilowattstunden stamme ein Drittel aus Sonnenenergie. "Außerdem", so Gudat, "erwarten wir eine Einsparung von 19 Tonnen CO2 pro Jahr." Den restlichen Strom, den die Mieter nicht aus der Solaranlage beziehen, liefern die Stadtwerke.

Quelle: RNZ vom 03.11.2015