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Baugenossenschaft mit stabiler Substanz

Neu Heidelberg blickt zuversichtlich in die Zukunft - Neubau im Pfaffengrunder Möwenweg ist bereits komplett vermietet

Von Thomas Seiler

Die verantwortlichen bei der Baugenossenschaft Neu Heidelberg verstehen ihr Handwerk. Dies zeigte sich in der Vertreterversammlung im Pfaffengrunder Gesellschaftshaus, in der man nochmals ausführlich auf den Jubelakt anlässlich des hundertsten Geburtstags im vergangenen Jahr und auf den Jahresabschluss 2018 einging. Gleichzeitig versäumte man es nicht, den rund 4.500 Mitgliedern einen Ausblick zu gewährleisten, der sich auch mit steigenden Bevölkerungszahlen und gerade in der Stadt kaum noch bezahlbaren Mieten beschäftigte. "Wir müssen den ländlichen Raum deutlich stärken", lautete eine nicht zu überhörende Forderung aus dem Mund des Vorstandsvorsitzenden Uwe Linder.

Zuvor erläuterte der Vorsitzende Peter Jacobs die Bilanz, verbunden mit der Gewinn- und Verlustrechnung. "Die Ertragslage ist ebenso wie die Vermögens- und Finanzlage positiv, wird sich aber nicht mehr auf dem sehr hohen Niveau der letzten Jahre bewegen", fasste er das gesamte Zahlenwerk zusammen. Demnach verfügt die Genossenschaft dennoch eine gegenüber 2017 um 6,7 Millionen Euro gestiegene Bilanzsumme in Höhe von 53,3 Millionen Euro.

Auch wenn sich die Vermögens- und Finanzstruktur gerade durch fremdfinanzierte Investitionen in das Anlagevermögen ändern, bezifferte Jacobs den Jahresüberschuss zuzüglich des Gewinnvortrags von 412.000 Euro und abzüglich der Rücklagen von 400.000 Euro auf insgesamt 847.000 Euro.

In diesen Bilanzgewinn fällt auch die Summe von 146.000 Euro, welche als vierprozentige Dividende an die Mitglieder geht. Ein Mitglied wollte auf das Zubrot verzichten, scheiterte allerdings später bei der Beschlussfassung an den vorgegebenen Antragshürden. Ob er bei der nächsten Versammlung diesen Antrag stellen wird, die Dividende anders zu verwenden, ließ er an diesem Abend jedoch offen.

Auf großes Interesse stießen die Informationen zur Modernisierung und Instandhaltung, die Linder unterbreitete. Demnach wendete Neu Heidelberg knapp 160.000 Euro für die Gebäude in der Happelstraße in Neuenheim auf, weitere 41.000 Euro im Boxbergring sowie knapp 600.000 Euro für vier Siedlungshäuser im Pfaffengrund, in Handschuhsheim und im Ochsenkopf sowie rund 1,2 Millionen Euro für 23 Etagenwohnungen, die in fünf Stadtteilen liegen und aufgrund der insgesamt 69 Mieterwechsel im letzten Jahr notwendig wurden.

Breiten Raum nahm darüber hinaus der fertiggestellte Neubau im Pfaffengrunder Möwenweg ein, dessen 54 Wohneinheiten inklusive der Arztpraxis seit Beginn des Monats "vollständig vermietet" seien. Das Projekt verschlang insgesamt 10,7 Millionen Euro, so Linder. Außerdem wolle Neu Heidelberg im Gespräch mit der Stadt bleiben, um sich weitere Erbbaurechte zu sichern, wobei man gerade im Pfaffengrund etwa 106.000 Quadratmeter Erbpachtgrundstücke verbaut habe. Mit einem Neubau im Wieblinger Weg im Ochsenkopf startet voraussichtlich im nächsten Jahr ein weiteres Großprojekt, betonte der Vorstandsvorsitzende sehr optimistisch. In der Vergangenheit habe er über 2.000 Anfragen auf Wohnungsausschreibungen erhalten.